Wespe ist nicht gleich Wespe. Die meisten Menschen kennen nur das gelb-schwarze Insekt am Kuchenteller und halten alle Wespenarten für gleich lästig und gleich gefährlich.
Das stimmt nicht. Von den über 60 in Deutschland vorkommenden Faltenwespenarten werden nur zwei Arten regelmäßig zum Problem für Menschen. Alle anderen leben zurückgezogen, meiden den Kontakt und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.
Wespenarten erkennen lohnt sich. Denn wer weiß, welche Art im Garten nistet, kann besser einschätzen, ob das Nest entfernt werden muss, ob Naturschutz greift und ob eine professionelle Bekämpfung notwendig ist.
Alle in Deutschland als „Wespen“ bekannten Insekten gehören zur Familie der Faltenwespen (Vespidae). Der Name kommt von der charakteristischen Eigenschaft, die Flügel in Ruhestellung längs zu falten. Innerhalb der Vespidae gibt es mehrere Unterfamilien, von denen zwei für den Menschen besonders relevant sind: die Echten Wespen (Vespinae) und die Feldwespen (Polistinae).
Die Echten Wespen (Vespinae) umfassen in Mitteleuropa die bekanntesten Wespenarten: Gemeine Wespe, Deutsche Wespe, Hornissen, Sächsische Wespe, Mittlere Wespe, Rote Wespe und Norwegische Wespe. Sie bilden große Wespenstaaten mit Königinnen, Arbeiterinnen und Männchen und bauen Nester aus zerkautem Holz.
Die Feldwespen (Polistinae) sind kleiner, schlanker und bilden deutlich kleinere Kolonien. Ihre offenen Waben ohne schützende Hülle hängen an geschützten Stellen an Gebäuden, Zäunen oder Pflanzen. Feldwespen sind friedlich und stechen äußerst selten.
Daneben gibt es Langkopfwespen und die parasitisch lebende Kuckuckswespe (Vespula austriaca), die kein eigenes Nest baut, sondern die Nester anderer Faltenwespenarten übernimmt.
Die „Vespula Germanica gemeine Wespe“ oder auch Gemeine Wespe ist neben der Deutschen Wespe die Wespenart, die Menschen am häufigsten am Tisch, auf der Terrasse und beim Grillen begegnet. Ihr Name hat nichts mit „gemein“ im Sinne von bösartig zu tun, sondern bedeutet schlicht „häufig vorkommend“.
Typische gelb-schwarze Zeichnung, 12 bis 17 Millimeter groß (Arbeiterinnen), Königinnen bis 20 Millimeter. Auf dem Kopfschild (Clypeus) trägt die Gemeine Wespe einen einzelnen schwarzen Punkt oder einen ankerförmigen Fleck. Die charakteristische Wespentaille zwischen Brust und Hinterleib ist deutlich erkennbar.
Die Gemeine Wespe baut ihre Nester bevorzugt in dunklen Hohlräumen: Erdlöcher (daher auch als Erdwespe bezeichnet), Dachböden, Hohlräume in Gebäuden, Gartenhäuser und Rollladenkästen. Das Nest besteht aus muschelartig geschichteten Papierhüllen und kann im Spätsommer die Größe eines Fußballs erreichen. Ein Wespenstaat der Gemeinen Wespe umfasst auf dem Höhepunkt bis zu 7.000 Arbeiterinnen.
Die Gemeine Wespe ist auf Nahrungssuche aufdringlich. Im Spätsommer, wenn die Brut weniger Futter braucht und die Arbeiterinnen verstärkt süße Nahrung für sich selbst suchen, werden sie besonders lästig am Gartentisch. Bei Bedrohung sticht die Gemeine Wespe und kann, anders als Bienen, mehrfach zustechen.
Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) ist die zweite Wespenart, die regelmäßig zum Problem wird. Sie ist der Gemeinen Wespe so ähnlich, dass die meisten Menschen sie nicht unterscheiden können.
Gelb-schwarze Zeichnung, gleiche Größe wie die Gemeine Wespe (12 bis 17 Millimeter). Der entscheidende Unterschied: Auf dem Kopfschild der Deutschen Wespe befinden sich typischerweise drei schwarze Punkte, während die Gemeine Wespe nur einen Punkt oder Ankerfleck zeigt. In der Praxis ist dieser Unterschied ohne Lupe kaum zu erkennen.
Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) bevorzugt ebenfalls dunkle Hohlräume für den Nestbau. Erdlöcher, Mauerspalten, Dachböden und Rollladenkästen sind typische Standorte. Die Nester können im Spätsommer sogar größer werden als die der Gemeinen Wespe, da die Deutsche Wespe in milden Wintern gelegentlich überjährige Staaten bildet. In solchen Fällen erreicht der Wespenstaat mehrere Zehntausend Tiere.
Identisch mit der Gemeinen Wespe: aufdringlich bei Speisen und Getränken, sticht bei Bedrohung mehrfach. Für die Bekämpfung und den Umgang macht der Unterschied zwischen Deutscher Wespe und Gemeiner Wespe in der Praxis keinen Unterschied. Beide Arten unterliegen dem allgemeinen Artenschutz, stehen aber nicht unter besonderem Naturschutz.
Hornissen (Vespa crabro) sind die größten Faltenwespenarten in Mitteleuropa. Ihr imposantes Aussehen löst bei vielen Menschen Angst und Panik aus. Zu Unrecht: Hornissen sind deutlich friedfertiger als Gemeine Wespe und Deutsche Wespe.
Hornissen sind 18 bis 25 Millimeter groß (Arbeiterinnen), Königinnen erreichen bis zu 35 Millimeter. Die Färbung unterscheidet sich deutlich von den kleineren Wespenarten: Der Kopf und die Brust sind rotbraun, der Hinterleib gelb-schwarz gestreift. Hornissen sind allein durch ihre Gestalt und Größe sofort von allen anderen Wespenarten zu unterscheiden.
Hornissen bauen ihre Nester in großen Hohlräumen: Baumhöhlen, Dachböden, Vogelnistkästen und Hohlräume an Gebäuden. Das Nest ist offen nach unten und hat eine bräunliche Färbung. Ein Hornissenstaat umfasst auf dem Höhepunkt etwa 400 bis 700 Tiere, deutlich weniger als die Staaten der Gemeinen Wespe oder Deutschen Wespe.
Hornissen sind Jäger. Sie erbeuten andere Insekten, darunter auch Wespen, Fliegen und Mücken, um ihre Brut zu füttern. Am Gartentisch oder beim Grillen tauchen Hornissen kaum auf, weil sie sich nicht für süße Speisen und Getränke interessieren. Hornissen stechen nur bei direkter Bedrohung des Nests.
Hornissen stehen in Deutschland unter besonderem Naturschutz. Nester dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde entfernt oder umgesiedelt werden. Klaaßen Schädlingsbekämpfung kennt die gesetzlichen Vorgaben in jedem Bundesland und übernimmt die Umsetzung inklusive Antragstellung.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus. Sie ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse, dunkel gefärbt mit orange-gelbem Band am Hinterleib. Die Asiatische Hornisse ist eine Bedrohung für Honigbienen und steht ebenfalls unter Beobachtung der Naturschutzbehörden. Nester der Asiatischen Hornisse sollten gemeldet und professionell entfernt werden.
Neben Gemeiner Wespe, Deutscher Wespe und Hornissen gibt es in Deutschland weitere Faltenwespenarten, die gelegentlich in der Nähe von Menschen nisten. Alle diese Arten sind deutlich friedfertiger und werden selten zum Störfaktor.
Gehört zur Gruppe der Langkopfwespen. Baut frei hängende, kugelförmige Nester an Dachüberständen, in Schuppen oder an Gebäuden. Das Nest ist grau und papierartig. Die Sächsische Wespe ist friedlich, meidet Menschen und stirbt bereits im August ab, deutlich früher als Gemeine Wespe und Deutsche Wespe.
Ebenfalls eine Langkopfwespe. Größer als die sächsische Wespe, aber kleiner als Hornissen. Baut frei hängende Nester in Büschen, Hecken und an Gebäuden. Verteidigt ihr Nest bei zu großer Nähe, ist aber abseits des Nests völlig harmlos.
Kleine, unauffällige Wespenart mit rötlich-brauner Zeichnung auf dem Hinterleib. Nistet in Bodennähe, oft in Mauselöchern oder unter Steinen. Friedlich, wird fast nie zum Problem für Menschen.
Baut kleine, frei hängende Nester in Büschen und niedrigen Bäumen. Unauffällig, friedlich und selten in der Nähe von Wohngebäuden.
Alle diese Wespenarten unterliegen dem allgemeinen Artenschutz. Ihre Nester sollten nach Möglichkeit toleriert werden, da die Tiere im Herbst von selbst absterben und das Nest danach leer bleibt.
Feldwespen sind schlank, langbeinig und mit einer besonders markanten Wespentaille ausgestattet. Sie bilden kleine Kolonien von 10 bis 30 Tieren und bauen offene, schirmförmige Waben ohne schützende Hülle. Diese offenen Waben hängen an geschützten Stellen: unter Dachziegeln, an Fensterrahmen, an Zäunen und in Pflanzentöpfen.
Feldwespen sind die friedlichsten aller Faltenwespenarten. Sie stechen nur bei direktem Kontakt mit dem Nest und zeigen kein Interesse an menschlicher Nahrung. Die Nester sind klein und unauffällig. In den meisten Fällen besteht kein Grund zur Entfernung.
Nicht jedes gelb-schwarze Insekt am Gartentisch ist eine Wespe. Die Verwechslung mit Bienen und Hummeln passiert häufig.
Wespen haben eine schlanke Gestalt mit deutlicher Wespentaille, glatte, glänzende Körperoberfläche und leuchtend gelb-schwarze Zeichnung. Sie sind auf Nahrungssuche aufdringlich (Gemeine Wespe und Deutsche Wespe) und können mehrfach stechen.
Honigbienen sind kompakter, stärker behaart und eher braun-gelblich als leuchtend gelb. Sie interessieren sich nicht für Fleisch oder süße Getränke am Tisch, sondern für Blüten. Bienen stechen nur einmal und verlieren dabei ihren Stachel.
Hummeln sind deutlich größer und dichter behaart als Bienen und Wespen. Sie sind extrem friedlich und stechen nur bei massiver Bedrohung. Hummeln am Gartentisch sind kein Grund zur Sorge.
Nein. Von den über 60 Faltenwespenarten in Deutschland werden nur die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) am Essenstisch aufdringlich. Alle anderen Wespenarten, einschließlich Hornissen, Feldwespen und die Sächsische Wespe, meiden Menschen und stechen nur bei direkter Bedrohung ihres Nests.
Alle Wespenarten in Deutschland unterliegen dem allgemeinen Artenschutz. Grundloses Töten und Nestentfernung sind verboten. Hornissen stehen zusätzlich unter besonderem Naturschutz: Ihre Nester dürfen nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde entfernt oder umgesiedelt werden. Bei der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe ist eine Entfernung bei nachvollziehbarem Grund (Gesundheitsrisiko, Nähe zu Allergikern) in der Regel zulässig.
Erdwespen ist kein wissenschaftlicher Name, sondern eine umgangssprachliche Bezeichnung für Wespenarten, die im Boden nisten. Meist handelt es sich um die Gemeine Wespe oder die Deutsche Wespe. Ein Erdnest im Garten kann problematisch sein, wenn es sich in der Nähe von Aufenthaltsbereichen, Spielflächen oder Rasenmähwegen befindet. Bei ausreichend Abstand kann das Nest bis zum Herbst toleriert werden.
Ja. Die Bestimmung der Wespenart ist der erste Schritt einer professionellen Beratung. Klaaßen Schädlingsbekämpfung identifiziert die Art vor Ort, schätzt das Risiko ein und empfiehlt die passende Maßnahme: Tolerieren, umsiedeln oder entfernen. Die Erstberatung ist kostenlos.
Klaaßen Schädlingsbekämpfung ist seit 2002 aktiv und auf alle Wespenarten spezialisiert. Das Unternehmen betreut Privathaushalte und Gewerbebetriebe in Norddeutschland (Emden, Aurich, Leer, Oldenburg, Papenburg, Bremen), in NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Kostenlose Erstberatung, in der Regel innerhalb von 24 Stunden vor Ort, diskret und mit unauffälligen Fahrzeugen.
Nicht jede Wespe am Gartentisch ist gefährlich, und nicht jedes Wespennest muss entfernt werden. Die richtige Bestimmung der Wespenart schützt vor unnötiger Panik, vor Bußgeldern wegen Naturschutzverstößen und vor übereilten Entscheidungen.
Klaaßen Schädlingsbekämpfung hilft seit über 20 Jahren Privathaushalten und Unternehmen in Norddeutschland, NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bei der Bestimmung, Beratung und professionellen Bekämpfung aller Wespenarten. Diskret, sachkundig und mit Respekt für Natur und Naturschutz.
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